Ein Acker
in Brandenburg hat sein Geheimnis im November 2011 preisgegeben. Nach akribischer langjähriger Suche gelang dann einer der spektakulärsten Goldmünzenfunde aus dem sechsten Jahrhundert. Acht alte Goldmünzen mit einem Gewicht von jeweils etwa 4,4 Gramm purem Gold wurden am 07.Januar 2012 dem anwesenden Publikum in Potsdam vorgestellt. Es handelt sich bei diesem Fund nach Auskunft der Archäologen um Solidi, die in Konstantinopel, Rom und von germanischen Königen geprägt wurden.
Eine kleine Sensation ist ein Goldstück mit dem Bild Theudeberts, des Enkels von König Chlodwig. Theudebert brach damit das Privileg der byzantinischen Kaiser, denn nur sie durften Münzen mit ihrem Abbild herausgeben. Theudebert I. (* wohl zwischen 495 und 500; † Ende 547 oder Anfang 548) war ein merowingischer König der Franken. Er herrschte von 533 bis zu seinem Tod in dem Reichsteil, der später als Austrasien bezeichnet wurde, und residierte in Reims.
Nun stellt sich die Frage, wie der in Norddeutschland einmalige Fund um das Jahr 550 unter die Erde gekommen ist. Im fraglichen Zeitraum war das heutige Brandenburg ein menschenleerer Urwald. Die Germanen hatten die Region im Zuge der Völkerwanderung bereits verlassen, die Slawen waren noch nicht da. Damals drängten die Merowinger von Gallien nach West- und Mitteleuropa. Eine Vermutung, der die Wissenschaftler nun bei weiteren Grabungen im Frühjahr nachgehen, lautet: Thüringische Kriegergruppen könnten nach verlorenen Schlachten gegen die merowingischen Franken im Jahre 531 an der Unstrut Zuflucht in der Uckermark gesucht haben.
Die Stücke werden zunächst im Archäologischen Landemuseum in Brandenburg/Havel und im Museum Prenzlau gezeigt.














