Friedhof aus dem Mittelalter in Weimar gefunden

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Mitten in Weimar, Herderplatz von Südosten Künstler: Oeder, L. Stahlstich Datierung: um 1840 (Wiki Commons)am Herderplatz, wurde ein mittelalter- licher Friedhof freigelegt, der nur 20 Zentimeter unter dem Kopfsteinpflaster lag. Es handelt sich hierbei um die Überreste eines christlichen Friedhofs, der sich vom 12. bis zum 16. Jahrhundert um die Weimarer Herderkirche erstreckte. Entdeckt wurde der Friedhof bereits Ende Oktober, als im Zuge der Neugestaltung des Platzes dort archäologische Untersuchungen durchgeführt wurden. Mittlerweile wurden über 120 Skelette freigelegt. Allerdings vermuten die Forscher anhand von Hochrechnungen bis zu 1000 Toten. Solange das Wetter mitspielt, soll auf der 225 Quadratmeter großen Grabungsfläche des archäologischen Landesamtes geforscht werden. Nach der Auswertung sollen die Skelette in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Weimarer Hauptfriedhof erneut zur Ruhe gebettet werden. Da im Christentum keine Grabbeigaben üblich waren und heute noch sind, wird die Datierung bei alten Gräbern sehr erschwert. Nur drei Schmuckstücke wurden bisher gefunden.

Der im Volksmund als Herderkirche bezeichnete Bau nennt sich eigentlich Stadtkirche St. Peter und Paul und ist das bedeutendste Kirchengebäude der Stadt Weimar. Sie dient seit der Reformation 1525 der Gemeinde evangelisch-lutherischen Glaubens. Eine erste Kirche wurde an dieser Stelle bereits zwischen 1245 und 1249 gebaut, aber 1299 durch Brand zerstört. Von ihr sind nur die Fundamente geblieben. Der zweite Bau wurde beim Stadtbrand 1424 schwer betroffen. Das heutige Gebäude geht auf die dreischiffige Hallenkirche im spätgotischen Stil zurück, die zwischen 1498 und 1500 errichtet wurde. Der Chor diente als Grabstätte der ernestinischen Linie der Wettiner.

Ihren Beinamen „Herderkirche“ trägt sie nach dem berühmten Theologen und Philosophen Johann Gottfried Herder, der von 1776 bis zu seinem Tode im Jahre 1803 in der Stadtkirche als Generalsuperintendent wirkte. Der Friedhof der Stadtkirche war seine letzte Ruhestätte. Hier wurde im Jahre 1807 auch die Herzogin Anna Amalia bestattet. Der Platz vor der Kirche wurde nach der Errichtung des Herderdenkmals im Jahre 1850 ebenfalls nach ihm benannt. Am Wohnhaus nördlich hinter der Stadtkirche kennzeichnet eine Gedenktafel Herders frühere Amtswohnung.

Quelle: thueringer-allgemeine.de  und wikipedia.de